Die Aufwertungsprojekte der Birspark Landschaft

Mit dem Aktionsplan Birspark Landschaft leisten die beteiligten Gemeinden Pionierarbeit: Sie arbeiten zusammen und fördern Natur- und Erholungsräume entlang der Birs.

Aufwertung ermöglicht Vernetzung

In der Birspark Landschaft befinden sich wertvolle Flächen wie die national geschützten Trockenwiesenflächen der Reinacherheide, die bisher nicht geschützte Auenlandschaft bei Münchenstein sowie Waldreservate und Wildruhezonen.

Diese und weitere Aufwertungen zugunsten der Natur sind wichtig für das Netzwerk, sie dienen Tieren und Pflanzen im Wasser und an Land.

Die Verbindung der beiden Flussufer ist wichtig, weil die Verkehrsinfrastruktur die Landschaft trennt. Der Aktionsplan ermöglicht eine Wiederbesiedlung der Naturflächen auf beiden Seiten der Birs. Für diese «Landschaftsreparatur» haben die Gemeinden des Vereins Birsstadt 2024 den Wakkerpreis erhalten.

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Die Erfolgsfaktoren

  • Gemeinden können situativ entscheiden, ob sie sich an einem Projekt beteiligen möchten und sind damit flexibel. 

  • Gleichzeitig schafft die interkommunale Zusammenarbeit Synergien und spart Ressourcen. 

  • Zwei Zielsetzungen greifen ineinander: gut erschlossene Erholungsräume und der Schutz der vielfältigen Lebensräume entlang der Birs. 

  • Ein Aktionsplan umreisst klare Ziele und mögliche Massnahmen. 

  • Frühe Erfolge, zum Beispiel die Auszeichnung als «Landschaft des Jahres», setzte eine politische Dynamik in Gang. 

  • Quartier- und Arealentwicklungen werden mit Landschafts- und Naturschutzanliegen verknüpft, auch in Bezug auf die Finanzierung. 

  • Die Organisation als Verein sowie die Tatsache, dass die jährlichen Budgets auf Gemeindeebene unumstritten sind, gewährleisten Stabilität.

©Raphaela Graf/LUNAX/BAFU
©Raphaela Graf/LUNAX/BAFU
Grube Blinden Münchenstein: Der ehemalige Steinbruch ist mit verschiedenen Biotopen aufgewertet. ©Raphaela Graf/LUNAX/BAFU
Grube Blinden Münchenstein: Der ehemalige Steinbruch ist mit verschiedenen Biotopen aufgewertet. ©Raphaela Graf/LUNAX/BAFU

Die Birspark Landschaft ist in die frühere Auenlandschaft eingebettet, bestimmender Faktor ist das Wasser. Gleichzeitig ist die Gegend heute auch von der Siedlungslandschaft geprägt. Die Birspark Landschaft verbindet diese beiden Aspekte unter einem strategischen Dach.

Seit 2016 werden die Massnahmen des Aktionsplans schrittweise umgesetzt. Das hat bereits einen spürbaren Effekt auf den Natur- und Landschaftsschutz sowie auf die Erholungsnutzung. Mit den noch geplanten Projekten wird die Vision für den Birsraum auch in Zukunft weiterverfolgt.

Weiherkette Mühlematt ©Raphaela Graf/LUNAX/BAFU
Weiherkette Mühlematt ©Raphaela Graf/LUNAX/BAFU
Weiherkette Mühlematt ©Raphaela Graf/LUNAX/BAFU
Weiherkette Mühlematt ©Raphaela Graf/LUNAX/BAFU

Landschaftspreis des Europarates

Der Europarat verleiht alle zwei Jahre einen Landschaftspreis und würdigt damit eine Initiative zum Schutz, zur Pflege und/oder zur nachhaltigen Gestaltung der Landschaft. Jedes Land, das der Landschaftskonvention des Europarates beigetreten ist, wählt einen nationalen Kandidaten aus. Für die Ausgabe 2025/26 hat die Schweiz das Projekt «Birspark Landschaft» eingereicht. Am Projekt beteiligt sind zehn Gemeinden, sie fördern die Entwicklung von Natur- und Erholungsräumen im Grossraum Basel entlang der Birs. Das vorliegende Projekt ist vorbildlich für die Förderung der Biodiversität und der Landschaftsqualität in Agglomerationen. 2019 wurde die Renaturierung des Flüsschens Aire im Kanton Genf mit dem Europäischen Landschaftspreis ausgezeichnet.

Die Birspark-Landschaft sei ein visionäres Projekt, ist Jeanne Locher-Polier, Präsidentin des Vereins Birsstadt, überzeugt. Als grosse Ehre bezeichnet sie die Kandidatur für den europäischen Landschaftspreis.

Was bedeutet Ihnen die Kandidatur zum Landschaftspreis des Europarats?

Jeanne Locher-Polier: Dem Verein Birsstadt und der Arbeitsgruppe Birspark Landschaft kommt die grosse Ehre zuteil, von der Schweizer Jury als Kandidat für den Europäischen Landschaftspreis ausgewählt worden zu sein. Dies ist eine grosse Wertschätzung der politischen und fachlichen Arbeit des Vereins.

«Gemeinsam kann man Veränderungen erwirken»

Was erhoffen Sie sich von dieser Kandidatur?

Bis unlängst war der Name «Birsstadt» in unserer Region ein eher abstrakter Begriff. Durch Auszeichnungen und einer öffentlichen Präsenz profitiert der Verein insofern, dass sich die Bewohnenden der Birsstadt heute mit dem Begriff identifizieren können. Die Auswahl für die Kandidatur würdigt die Entwicklungen des Landschaftsraumes im Bereich Natur und Erholung.

Schon 2024 wurde der Verein Birsstadt mit dem Wakkerpreis ausgezeichnet. Welches sind die besonderen Merkmale der Birspark Landschaft?

Die Birspark Landschaft ist ein visionäres Projekt, welches mit einem gemeinsamen Aktionsplan von den beteiligten Birsstadt-Gemeinden entwickelt worden ist. Die Leuchtturmprojekte und gemeinsamen Massnahmen werden nach und nach umgesetzt und weiterentwickelt. Heute sind diese Projekte für Natur und Erholung in der Landschaft sowohl sichtbar als auch erlebbar. Dies zeugt von grossem Engagement der Projektverantwortlichen und der politischen Vertretung. Gemeinsam kann man vielleicht keine Berge versetzen, jedoch wichtige landschaftliche Verbesserungen erwirken.

2008

Das Modellvorhaben «Freiraumkonzept Birsstadt» der Kantone Solothurn und Basel-Landschaft definiert den Birspark als grünes Rückgrat des Landschaftsraumes.

2012

Wahl zur Landschaft des Jahres durch die Stiftung
Landschaftsschutz Schweiz.

2016

Der Aktionsplan Birspark Landschaft entsteht auf der Basis des Freiraumkonzepts von 2009. Er definiert Massnahmen zu Erholung und Natur.

2020

Teilnahme am Landschafts-

und Stadtentwicklungsprojekt IBA

Basel. Erste Umsetzung von

Massnahmen aus dem Aktionsplan

und Labelisierung IBA 2020.

2026

Die Birspark Landschaft ist als Schweizer Projekt nominiert für den europäischen Landschaftspreis.

2009

Zwischen Pfeffingen und Birsfelden entsteht als erste Massnahme der Birsuferweg. Aesch, Arlesheim, Dornach, Münchenstein, Muttenz und Reinach bilden danach die Arbeitsgruppe Birspark Landschaft.

2014

Gründung des Vereins Birsstadt.

2018

Gemeinde Reinach erhält den Binding Anerkennungspreis für Biodiversität für den Natur und Erlebnisweiher. Die Gemeinden des Vereins Birsstadt erhalten den Wakkerpreis.

2024

Teile des Beitrags sind entnommen aus der Broschürensammlung «10 gute Beispiele - Biodiversität und Landschaftsqualität in Agglomerationen fördern»