SF₆ (Schwefelhexafluorid) ist eines der stärksten bekannten Treibhausgase: Ein Kilogramm wirkt so stark auf das Klima wie 23,5 Tonnen CO₂. Deshalb ist seine Verwendung grundsätzlich verboten. In bestimmten technischen Bereichen – etwa als Isoliergas in elektrischen Schaltanlagen oder in Teilchenbeschleunigern – sind Alternativen nur teilweise verfügbar oder noch in Entwicklung. Für bestimmte Anwendungen gelten daher Ausnahmeregelungen.

Seit bald 30 Jahren

Um die Umweltbelastung dennoch so gering wie möglich zu halten, besteht seit dem Jahr 2000 eine freiwillige Branchenlösung zwischen dem Industrieverband Swissmem und dem Bundesamt für Umwelt (BAFU). Ziel dieser Vereinbarung ist es, den Einsatz von SF₆ zu begrenzen und die Emissionen kontinuierlich zu senken. Die teilnehmenden Unternehmen verpflichten sich zu klar definierten Reduktionszielen, sorgfältigem Umgang mit dem Gas sowie zu einer transparenten jährlichen Berichterstattung.

Messbarer Erfolg

Die Ergebnisse sind überzeugend: In den letzten 15 Jahren konnten die SF₆-Emissionen aus den betroffenen Anwendungen um mehr als die Hälfte reduziert werden. Für die Periode 2026–2030 wurden die Zielwerte weiter gesenkt. Swissmem koordiniert die Vereinbarung und erstellt jährlich eine Bilanz, die in das Schweizer Treibhausgasinventar einfliesst.

Die freiwillige Branchenlösung zeigt, dass Kooperation zwischen Wirtschaft und Behörden wirksamen Klimaschutz ermöglicht. Sie schafft Verbindlichkeit, fördert Innovationen und trägt dazu bei, besonders klimaschädliche Emissionen nachhaltig zu reduzieren – zum Nutzen von Umwelt und Gesellschaft.