Wenige Kilometer vom Basler Stadtzentrum entfernt werden an der Rheinüberwachungsstation Weil am Rhein kontinuierlich Wasserproben entnommen und im Umweltlabor des Kantons Basel-Stadt analysiert, so dass der Zustand des Rheins engmaschig überwacht wird.

«Online-Parameter wie Temperatur, pH-Wert oder Sauerstoffkonzentration werden laufend gemessen», erklärt Reto Dolf, Leiter Rheinüberwachungsstation im Amt für Umwelt und Energie des Kantons Basel-Stadt. Die Ergebnisse der Echtzeitmessungen sind über das Open-Data-Portal öffentlich zugänglich. «Jeden Tag wird das Wasser im Labor auf rund 420 Stoffe untersucht, und mehrere hundert weitere Verbindungen werden in regelmässigen Abständen analysiert.»

Bei kritischen Schadstoffgehalten werden die Behörden, die Trinkwasserversorger und die anderen Überwachungsstationen umgehend informiert. Werden die Schwellenwerte des internationalen Warn- und Alarmplans Rhein überschritten, so werden alle Rheinanliegerstaaten benachrichtigt. «Der Schutz des Rheins ist eine gemeinsame internationale Aufgabe.»

Der Brand in Schweizerhalle hatte Auswirkungen weit über die Grenzen der Schweiz hinaus. «Die Folgen von Industrieunfällen machen nicht an den Landesgrenzen halt», sagt Franziska Hirsch, Sekretärin des Übereinkommens über die grenzüberschreitenden Auswirkungen von Industrieunfällen der UNECE. Die Katastrophe von 1986 gab einen entscheidenden Impuls für dieses internationale Übereinkommen, dem heute 43 Staaten angehören.

«Die Folgen von Industrieunfällen machen nicht an den Landesgrenzen halt»

Franziska Hirsch

Sekretärin der Industrieunfallkonvention

Ziel des Übereinkommens ist es, die Sicherheit in der Industrie durch Präventionsmassnahmen, gemeinsame Notfallpläne, grenzüberschreitende Übungen und praktische Empfehlungen zu verbessern, unter anderem im Hinblick auf den Umgang mit kontaminiertem Löschwasser. «Das Übereinkommen ist nach wie vor hochaktuell», stellt Franziska Hirsch fest. «Die Zunahme der durch den Klimawandel bedingten Naturgefahren sowie die Umgestaltung der Energiesysteme stellen die industrielle Sicherheit vor neue und komplexe Herausforderungen.» Die Vertragsstaaten werden anlässlich der Tagung vom 9. und 10. Dezember 2026 in Genf Erfahrungen austauschen und den Rahmen für die Zusammenarbeit weiterentwickeln.